Unzufriedenheit im Herzen

Loch im Herz

Manchmal neigen Menschen dazu, wie Hunde zu bellen, die sich bedroht fühlen und meinen, ihr Revier verteidigen zu müssen. Ich meine, wenn Menschen ihre Unzufriedenheit, ihre Ängste und Komplexe auf ihre Mitmenschen spucken. Wenn sie sich über andere stellen, sie kleinmachen und erniedrigen. Weil sie sich nichts sehnlicher wünschen, als das klaffende Loch in ihrem Herzen zu füllen. Und dabei insgeheim hoffen, ein Quantum Glück zu erhaschen – die wahrscheinlich erbärmlichste Art der Freude.

Trotzdem glaube ich, dass jeder Mensch sein Bestes tut. Also das, was die Umstände, Sozialisation, Bildung, Erfahrung und geistige Konstitution hergeben. Auch wenn das Beste für andere nicht immer erlabend sein mag. Ja, es kann verletzen und mitunter sogar gefährlich sein. Trotzdem liegt es nicht an uns zu urteilen. Denn meist kennen wir weder Vergangenheit noch Gegenwart, geschweige denn die Gefühle des anderen.

Manchmal vergessen wir sogar ganz, dass der Gegenüber Gefühle hat. Wir verdrängen es und meinen, wir stehen einem Klotz gegenüber. Bereit, die härtesten Schläge abzufangen. Dass dem nicht so ist, erkennen wir, wenn überhaupt, oft viel zu spät. Wenn die Wunden bereits gähnen. Weil wir vielleicht selbst schon tausendmal verletzt worden sind.

Es ist die Unpersönlichkeit, die schleichend von uns Besitz ergreift und die wir nicht mal mehr erahnen, obwohl sie uns durchtränkt – unsere Gefühle, unsere Gedanken und unser Handeln. Weil wir unsere Beziehung zu Gott vergessen haben, das klaffende Loch in unserem Herzen.

Ich glaube aber auch daran, dass es möglich ist, über sein Bestes hinauszuwachsen. Dass es möglich ist, alle Unzulänglichkeiten hinter sich zu lassen. Zu genesen und zu wachsen. Das aber erfordert Reflexion und den Mut, die Verantwortung für sein Leben in die Hand zu nehmen.

Es ist ein Abenteuer, ein schönes, das sich lohnt zu leben. Ein Weg, auf dem alle Segnungen warten. Auf den, der es wagt zu gewinnen – entschlossen und geduldig.

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