Loch im Herz

Manchmal neigen Menschen dazu, wie Hunde zu bellen, die sich bedroht fühlen und meinen, ihr Revier verteidigen zu müssen. Ich meine, wenn Menschen ihre Unzufriedenheit, ihre Ängste und Komplexe auf ihre Mitmenschen spucken. Wenn sie sich über andere stellen, sie kleinmachen und erniedrigen. Weil sie sich nichts sehnlicher wünschen, als das klaffende Loch in ihrem Herzen zu füllen. Und dabei insgeheim hoffen, ein Quantum Glück zu erhaschen – die wahrscheinlich erbärmlichste Art der Freude.

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Für eine bessere Welt

Als Kind war ich sehr feinfühlig, oft traurig und manchmal schien es, als trage ich das Leid der ganzen Welt, das mein zartes Herz fast zu zerbersten drohte. Der Weltschmerz brachte mich tiefer und tiefer und schließendlich einen Gedanken hervor, der mich viele Jahre antrieb: Ich wollte die Welt verändern. Nicht mehr und vor allem nicht weniger. Und ich war mir sicher, dass das möglich sei.

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Reconnection

Sean Fletcher ist ein erfolgreicher Webdesigner, der sich mit dem Internet besser auskennt als mit dem Leben. Nach einer gescheiterten Beziehung versucht er, vor seinen Problemen wegzulaufen und macht sich auf den Weg in das Himalaya-Gebirge. Unterwegs gelangt er in eine kleine Stadt in Indien, die er schon bald wieder verlassen möchte, weil ihn ein Arbeitsauftrag nach Hause lockt. Doch die Stadt scheint ihn nicht gehen zu lassen und Sean bemerkt, dass er an einem ungewöhnlichen Ort gelandet ist, der langsam sein Herz verändert.

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Eine gute Tat am Tag

Neulich stand ich in der Schlange an der Kasse in einer Drogerie bei mir um die Ecke. Vor mir war ein Mann mittleren Alters. Schlank, graues Haar und Brille, wie sich herausstellte. Denn er drehte sich um, blickte mich an und fragte: „Möchten Sie vielleicht vor?“ Manchmal passiert es, dass die Menschen meiner Stadt einen an der Kasse vorlassen, weil man viel weniger im Einkaufswagen hat als sie. So blickte ich unweigerlich in meinen, dann in seinen Korb und stellte fest, dass ich nicht wesentlich weniger Artikel zu bezahlen hatte als er. Außerdem hatte ich Zeit. Also bedankte ich mich höflich und lehnte das freundliche Angebot ab.

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Oh Lord, won’t you buy me…?

Es war Sonntag. Ich fuhr mit dem Auto von Berlin nach Leipzig, als mich am Morgen eine sanfte Müdigkeit überkam. Um die zu übertünchen, schaltete ich das Radio in meinem Kraftfahrzeug ein. Da lief gerade die Live-Übertragung eines Gottesdienstes einer christlichen Kirchengemeinde, irgendwo in Deutschland. „Wir wenden uns mit ganzem Vertrauen und all unserem Leid an dich“, sagte die Pfarrerin. Dann kamen noch zwei, drei Sätze, an die ich mich nicht genau erinnere, dann der Gesang der Gemeinde. Ich schaltete den Apparat wieder aus, in meinem Kopf kreisten die Gedanken.

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